Dienstag, 1. März 2016

... auf einer Decke im Park.


 
1024 10-16

Ich fand den Film schon beim ersten Anschauen völlig spannend. Diese Weite! Auch im ganz Kleinen.

Ein fast unvorstellbarer Raum, dem unser Geist sich da annähert. Und im gleichen Gedanken tut sich ein ebenso tiefer Abgrund auf. Der Philosoph und Naturwissenschaftler Blaise Pascal schreibt über genau die Situation, die The Power of Ten gezeigt hat:

 „Denn was ist schließlich der Mensch in der Natur? Ein Nichts im Vergleich mit dem Unendlichen,
ein All im Vergleich mit dem Nichts, ein Mittelding zwischen nichts und allem, unendlich weit davon
entfernt die Extreme zu fassen; das Ende der Dinge und ihre Anfänge sind ihm in einem undurchdringlichen Geheimnis unerbittlich verborgen.“ – Fr. 199/72


 Der Mensch sei, wir seien ihm zufolge wie ein Schilfrohr, das in den Winden hin und her geweht
wird. Doch trotz dieses Gefühls des Ausgeliefertseins haben wir einen Anker, dass wir nicht ausgerissen und weggeweht werden:

 „Nicht im Raum muss ich meine Würde suchen, sondern in der Ordnung in meinem Denken. Ich werde keinen Vorteil davon haben, wenn ich Grund und Boden besitze. Durch den Raum erfasst und verschlingt das Universum mich wie einen Punkt. Durch das Denken erfasse ich es“ – Fr. 113/348

Der Mensch, ein denkendes Schilfrohr, Wesen der Mitte zwischen den Extremen des Unendlichen
und des Nichts. Der Mittelpunkt von allem, auf einer Decke im Park.

(Rainer Gottschalg)

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